03.03.2016: Ingrid Koch und Günter Bretzel im "Ravensbuch".

Bericht der "Schwäbischen Zeitung" vom 04.03.2016 (C. Voith):

 

„Mr kaa’s aushalte“ in Friedrichshafen

Wo die Tettnanger „Wortakrobatin“ Ingrid Koch auftritt, kommen die Zuhörer in Scharen. Auch beim gemeinsamen Benefizabend der Lions-Clubs Friedrichshafen und Tettnang-Montfort am Donnerstagabend war die Buchhandlung Ravensbuch in Friedrichshafen so voll, dass weitere Interessenten abgewiesen werden mussten.

Eine Freude war dieser große Zuspruch für Hausherrin Martina Kraus und ganz besonders für die Lions-Präsidenten Udo Burk und Birgit Böhm. Udo Burk, Präsident des Lions-Clubs Friedrichshafen, dankte Martina Kraus und ihrem Team für die Aufnahme und berichtete, dass der Erlös des Abends für die Sprachschulung von Asylbewerbern eingesetzt werde.

Schwäbisches Lob für dr Hafe Eine Sprachschulung der besonderen Art war der „schwäbisch-lustigironische Abend“, wie Udo Burk ihn nannte. „Pass i do nei?“, habe Ingrid Koch gefragt, das Lions-Motto laute doch „Aus der Region in die Welt“.

Und ob sie passte, zusammen mit Oberstudienrat Günther Bretzel aus Friedrichshafen, einem gebürtigen Langenargener, der mit selbst getexteten, schwäbischen Songs zur Gitarre noch seine eigene Farbe einbrachte. Dass sie aus Tettnang stammt, daraus macht Ingrid Koch keinen Hehl. Auch wenn sie im Auftrittslied, als „Welturaufführung“, im Duo „Schee isch es hier z’Friedrichshafe am See“ singe und augenzwinkernd manch zweifelhafte Vorzüge der Stadt, „in der Brand regiert und Zeppelin mault“, aufzählen, lautet die Bilanz nur: „S’isch nett, mr kaa’s aushalte.“

Auf Tettnang dagegen – „do isch es scheener“ – singt sie eine wahre Ode. Und schon kommt als erster Klassiker das Märchen von Lupulina, dem Hopfenmädchen, mit dem „bittren End vom Hopfe-One-Night-Stand“. Koch bleibt noch bei Tettnang, wo die Fremden das „Montfort“ der Grafen gern französisch aussprechen und am Ende sie noch für blöd halten, weil sie’s besser weiß. Lange habe sie’s ausgehalten, bis sie sich gewehrt hat: „Es hot so guet doa, d’Gosch aufz’mache ...“ Und „d’Gosch“ machen sie herzhaft auf. Ingrid Koch serviert eine

Reihe ihrer Klassiker, auf die die Fans geradezu warten. Da dürfen ihre Lieblingsthemen nicht fehlen: der Schwob, der sich mit Liebesschwüren gar so schwer tut, der allgegenwärtige Schönheitswahn, da kriegt auch der Lindauer Nasenexperte Werner Mang sein Fett ab, und immer wieder das Älterwerden: „ein selbsttherapeutisches Lieblingsthema“. Die schwäbische Küche mit der Königsdisziplin Kartoffelsalat darf auch nicht fehlen.

Mitten ins – schwäbische – Menschenleben führt auch Günther Bretzel. Munter textet er zu bekannten Schlagermelodien, führt in die kleinsten Dörfer im Hinterland, zur „Schneckenarmee“ im Garten und zum vergeblichen Kampf um das Wunschgewicht: „Am Montag fangt sei Diät a – am Montag übernächschts Johr". Und mancher nickt verständnis-innig beim Refrain „I mueß mol bisi ...“

Sogar die Bayerin Martina Kraus hat am Ende alles verstanden und Präsident Burk meint begeistert: „Der Abend schreit nach Wiederholung"!

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Benefizkonzert 2011: Musik des Ravensburger Chors "voice affair" bringt Sonne ins Leben!

Das jährliche Benefizkonzert ist Ehrensache für den Lions Club Friedrichshafen – und eine Freude für alle Zuhörer. Erst recht, wenn - wie schon vor zwei Jahren - der vitale Ravensburger Chor „voice affair“ mit seiner charismatischen Chorleiterin Lib Briscoe und seiner mitreißenden Band Jazzstandards, Popballaden und Latinsongs präsentiert.Das traditionelle Benefizkonzert ist nur eine der erfolgreichen „activities“ des Lions Clubs Friedrichshafen, dank derer, wie Präsident Werner Steinhauser in seiner Begrüßung sagte, jährlich bis zu 50 000 Euro für gute Zwecke eingesetzt werden können. Diesmal war der Erlös für die Telefonseelsorge Oberschwaben- Allgäu-Bodensee bestimmt, deren Geschäftsstellenleiterin Dr. Gabriela Piber aus Ravensburg zum Konzert gekommen war. Über 22 000 Anrufe nehmen die rund 75 Ehrenamtlichen jährlich entgegen. Inzwischen kam besonders für jugendliche Hilfesuchende auch die Chat- und Mail- Seelsorge dazu, denn die Anrufer kommen aus allen Altersgruppen wie aus allen Schichten – ein anonymes, vertrauliches Gespräch kann manchem Einsamen und Verzweifelnden über eine existenzielle Krise hinweghelfen. 

 

Musik weckt Lebensgeister

Wie viel wäre gewonnen, wenn jeder Mensch einen anderen fände, der ihm, wie es „voice affair“ zum Auftakt tut, zuriefe: „You are the sunshine of my life.“ Fröhliche Gesichter, eine Musik, die mit ihrem freudigen Schwung und Rhythmus gleich alle Lebensgeister weckt. Bald wippen die Fußspitzen, wenn der Chor mit geschliffener Gesangskultur und viel Gefühl für Rhythmus seine zärtlichen Liebessongs herüberbringt. Wie schlicht und ehrlich klingt der Song „That’s all“, wie herzlich das „You needed me“. Hier wie bei anderen Songs treten vorzügliche Solisten aus dem Chor heraus, so viele, dass man sie nicht einzeln nennen und doch jedem danken möchte, ebenso wie dem fröhlichen Moderatorenpaar. Was wären die Songs, die Balladen ohne die stimmungsvolle musikalische Begleitung, meist zurückhaltend und immer wieder mit mitreißenden Exkursionen und Improvisationen glänzend, gespielt von Florian Loebermann mit seinen Saxofonen und der Querflöte, dazu Pit Niermann am Piano, Harald Weishaupt am Schlagzeug und Klaus Bermetz am Bass. Besinnliches und Heiteres zieht vorüber, alte Bekannte wie John Lennons und Paul McCartneys „Penny Lane“ und die stimmungsvollen „Cotton fields“ zur Mundharmonika, Zärtliches wie „Grandma’s Hands“ und Freches wie „Du siehst geil aus, Berlin“ – und immer ist da die Leiterin Lib Briscoe, die mit ihrem sprühenden Temperament und viel Gespür allem ihre eigene Note mitgibt, Leben einhaucht. Mit Swing und Samba geht ein herzerfrischendes Konzert zu Ende.

Text: chv/schwäbische zeitung

"Voice Affair" zog alle Gäste mit akustischen Leckerbissen in Bann!

Benefizkonzert Dezember 2009:

Singend sind sie ausgezogen, doch nicht lange, und sie kehren für eine letzte Zugabe auf die Bühne zurück: "I would die for you". Sicher nicht ganz wörtlich zu nehmen, doch die Sängerinnen und Sänger von "voice affair" samt ihrer Combo haben im Lions-Benefizkonzert mit vollem Einsatz für die gute Sache gewirkt.

Die mitreißende Gruppe "voice affair" mit ihrer charismatischen Chorleiterin Lib Briscoe und der dynamischen Combo begeistern beim Lions-Benefizkonzert im voll besetzten Ludwig-Dürr-Saal des Graf-Zeppelin-Hauses Foto: Helmut Voith Mit dem Lovesong "Valentine's Day" führten sich die rund 20 Sängerinnen und Sänger ein, und gleich wurde klar, dass hier nicht Lautstärke zählt, sondern bei allem Elan und mitreißenden Rhythmus ein sehr kultivierter Chorgesang, vielfach a cappella vorgetragen, mit vorzüglichen Solisten. Seit die charismatische Lib Briscoe vor zwei Jahren den Chor übernommen hat, hat sie dessen Repertoire grundlegend erneuert. Zu Gospels und Spirituals sind Jazzstandards, Popballaden und Latinsongs hinzugekommen, teils begleitet von einer mitreißenden Combo. Zwischenapplaus galt daher auch den vier Musikern und ihren Soloeinlagen: Harald Weishaupt am Schlagzeug, Klaus Bermetz am Bass, Pit Nierman am Piano und Florian Loebermann, der bald mit Saxofonen, bald mit Klarinette oder Flöte improvisierte. Wer der Chorleiterin zuschaute, wollte am liebsten selbst mitsingen, so sehr riss sie mit ihrem Temperament, ihren natürlichen Bewegungen, ihrer Musikalität bis in die Fingerspitzen mit. Wer noch dazu weiß, dass die in Philadelphia geborene Musikerin Musiktheorie, Komposition und auch Journalismus studiert hat, dass sie als Tänzerin, Tanzpädagogin und Choreographin und heute noch als Sängerin und Regisseurin arbeitet, wer weiß, dass sie die ausgewählten Songs eigens für ihren Chor arrangiert, versteht, warum die Sänger ihr an den Lippen hängen, warum ihre Konzerte so mitreißend sind. Hier ist ein professionelles Fundament, ein Gespür für Echtheit vorhanden, das sich auf glückliche Weise mit der ansteckenden Begeisterungsfähigkeit paart. Zeit vergeht wie im Flug So durften sich die Zuhörer mit Genuss den unterschiedlichsten Songs hingeben: Liebesliedern wie "That's all", dem köstlich frechen Song "Escape" mit dem fröhlichen "Damenflüsterer", dem a cappella gesungenen Spiritual wie dem vom Saxofon begleiteten "I got a feeling" mit einer grandiosen Solistin. Eine kleine Weltreise führte nach Berlin wie nach New York und zum portugiesischen Samba, man begegnete alten Bekannten wie Irving Berlin, Duke Ellington und den Beatles – und die fast drei Stunden vergingen wie im Flug.

Der Ravensburger Chor "voice affair" ist in der Region längst kein Geheimtipp mehr. So kam es, dass das Konzert, das der Lions Club Friedrichshafen zugunsten seiner Hilfsaktion gegen die Leukämie veranstaltete, förmlich überrannt wurde. „Leukämie kann jeden treffen", mahnte Lions-Präsident Dr. Jürgen Dietrich in seiner Begrüßung und freute sich daher umso mehr, dass der randvolle Ludwig-Dürr-Saal ein glänzendes Ergebnis der Aktion verhieß, zumal "voice affair" ohne Gage auftrat.